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"Promillefahrt mit Folgen" - "Offene Worte von Betroffenen und Fachleuten zu MPU-Büchern oder ähnlichen Unterlagen"

 

[Buchkritiken fragwürdiger MPU-Bücher und Unterlagen]

zum Ratgeberbuch "Der Idiotentest“ Burkhard G. Busch

Brief eines BAF-Mitglieds an den BAF e.V. vom 05.04.03

Sehr geehrte Frau Liebs,

als Promillesünder und "MPU Kandidat" habe ich mir das Buch "Der Idiotentest" von Burkhard G. Busch besorgt in der Hoffnung, auch hier Hilfestellung auf diese so wichtige Untersuchung zu gekommen.

Obwohl ich äußerst seriöse und sachkundige MPU Beratung durch erfahrene Dipl.-Psychologen absolviert hatte, lag mir der Gedanke nach dem Studium dieses Buches nahe, erstmal nicht zur MPU zu gehen, obwohl mein MPU-Termin bereits feststand!

Das kann doch nicht sein!

Ein genauerer Blick auf dieses Machwerk legt aber den Verdacht nahe, dass dieses Buch wohl deutlich mehr mit dem zugegebenermaßen werbeträchtigen, weil populistischen Titel, um Leser wirbt als mit dem tatsächlichen Inhalt bzw. Nutzen dieses Buchs für Betroffene.

Nach schlaflosen Nächten, aber vor allem auch nach der erneuten Beratung im Hinblick auf dieses Buch mit wirklichen MPU-Fachleuten möchte ich das Buch "Der Idiotentest" wie folgt beurteilen :

Das Unterstichwort "Die Tricks der Psychologen" auf dem Buch zeigt eigentlich schon die Grundhaltung des Autors, die er auch seinen Lesern vermitteln möchte: Der MPU-Gutachter als "natürlicher Feind" des auffälligen Kraftfahrers , der angeblich nichts besseres zu tun hat , als seinen Widersacher mittels Tricks " über die Klinge springen zu lassen".

Das Ganze sieht nach einem privaten Rachefeldzug Herrn Buschs (warum auch immer?) gegen die MPU-Psychologen aus, nur kann er uns Lesern aber nicht wirklich helfen.

Dass der Autor tatsächlich nicht ganz up to date ist, lässt sich bei einem Blick ins Innere des Buchs unschwer beweisen: Wie ich von seriösen MPU Fachleuten erfahren habe, werden seit Ende der 70 er Jahre keinerlei persönlichkeitsdiagnostischen Testverfahren in Rahmen einer MPU mehr eingesetzt. Herr Busch füllt mit diesen Testfragen ca. 30 Seiten in seinem Buch...

Von Herrn Busch werden diese Testverfahren als das Wichtigste in einer MPU bezeichnet. Dies ist gelinde gesagt, einfach Unfug, wie ich jetzt weiß. Das Ergebnis ist stets das Gleiche: Betroffene bekommen unnötig Angst vor dieser Untersuchung und verschwenden sehr viel Energie darauf, die "richtigen" Fragen zu diesem Test zu bekommen.

Aber auch insgesamt erinnert mich das gesamte Werk an die klassische Strategie der "schwarzen Schafe": Angst machen - Mist erzählen - Hilfe anbieten. So auch Busch :

Die Aussage "Und die Trophäe des Psychologen ist ... das negative Gutachten fällt genau in diese Kategorie .

Aber Herr Busch bietet auch Hilfe an : Die eigene Telefonnummer wird gut am Schluss platziert !

Insgesamt ist dieses Buch lt. sachkundigen Verkehrspsychologen, aber auch meiner Meinung nach ein veraltetes, teilweise durch Inkompetenz geprägtes Werk, welches vor Halbwahrheiten bzw. verkehrspsychologischer Halbbildung strotzt.

Mein persönlicher Rat an alle Betroffenen: Hände weg von diesem angeblichen Ratgeberbuch , das die ohnehin vorhandenen Ängste und Verunsicherungen im Hinblick auf die MPU massiv (und vor allem unnötig!) verstärkt.

Abschließend : Knapp daneben ist auch vorbei.....

Nur ein MPU Gutachten , welches "knapp daneben" geht , ist für einen Betroffenen alles andere als ein Grund zum Schmunzeln !!

Mit freundlichen Güßen nach Bayern

UB

 

  
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