E-Mail eines MPU-Betroffenen an den BAF e.V.
vom 04 Juni 2003:
Zitat:
Sehr geehrte Frau Liebs, ich bin erst jetzt
auf Ihre Internet-Seite gestoßen. Habe schon
im Jahr 2000 Ihr Buch "Promillefahrt mit
Folgen" gekauft. Bin selbst Betroffener
und habe erst nun im Mai 2003 meine 3. (!)
MPU bestanden mit der Auflage, einen
Nachschulungskurs nach § 70 FeV zu
absolvieren.
Auf Ihrer Internet-Seite
warnen Sie vor Abzockern. Ich selbst bin da
auf einen getroffen, der in Ihrem Buch auf
Seite 160 aufgeführt ist."
(Zwischenbemerkung C.
Liebs/04.06.03: Leider ist im Buchanhang
meiner alten Auflage aus dem Jahr 2000 ein
großer Anhang mit u.a. auch vielen MPU-Beratungsadressen.
In der Neuauflage vom Dezember 2001 wurde
dieser Anhang bis auf die Beiräte des BAF e.V.
ersatzlos gestrichen. Im Anhang aus dem Jahr
2000 waren viele seriöse und empfehlenswerte
Adressen, aber leider auch einige, die - um
es vorsichtig auszudrücken - mangels
anerkannter Qualifikation, keinesfalls
empfehlenswert sind!!)
"Der Mann ist
bestimmt nicht unfähig, aber er verfügt
eben nicht über die nötige Qualifikation.
Nach meiner ersten (negativen) und vor meiner
zweiten MPU habe ich bei Peter A. 8
Doppelstungen à 1,5 Stunden für jeweils
160.-- absolviert; zusätzlich für ca.
400.-- habe ich an einem Kurs auf dem
Nürburgring teilgenommen. (Gesamtpreis für
die Beratung des Herrn Peter A. somit:
1.680.--)
Beide Aktivitäten
wurden mir auch durch Schriftstücke für die
MPU bestätigt. Auf Empfehlung des Herrn
Peter A. bin ich dann zur Begutachtung nach
Koblenz gegangen. Als ich dort angetreten
bin, hat man nicht ganz nachvollziehen können,
warum ich von so weit her anreise. Im Gespräch
mit dem Psychologen der Gutachtenstelle habe
ich dann o.g. Schriftstücke vorgelegt.
Das Gutachten war
natürlich negativ und mir wurde empfohlen,
mich an eine anerkannte, qualifizierte
Beratungsstelle zu wenden. Man riet mir, nur
zu Psychologen zu gehen, die den Abschluß
eines Hochschulstudiums als Dipl.-Psychologen
nachweisen können und möglichst über eine
verkehrspsychologische Zusatzausbildung verfügen.
Auf den Nenner
gebracht: Ich war bei Herrn Peter A. in
Limburg in einer "Schule" beim
falschen Lehrer!
Dadurch habe ich
viel Geld und vor allem Zeit verloren!
Ich möchte mit
diesem Schreiben an Sie andere vor nicht
empfehlenswerten Beratungsstellen warnen,
auch wenn es mir persönlich nicht mehr viel
nützt. Es gibt da unendlich viel zu tun, um
Betroffenen zu helfen.
S.Z. (per Mail an zentrale@baf-ev.de am 04. Juni 2003, 7.54 Uhr -
aus Datenschutzgründen anonym veröffentlicht.
MPU-Tipps Dr. Weiß für 75
(!) Euro
Dr. Weiß (wer immer das ist) trifft unter
anderem mit folgenden Texten im Internet auf:
Zitat:
Ein Wegweiser durch den Dschungel der
Medizinisch-psychologischen Untersuchung nach
Alkoholauffälligkeit
Unter der Voraussetzung, dass Sie nicht auf
den Kopf gefallen sind, ist deshalb eine
erfolgreiche Vorbereitung auch ohne
kostspielige psychologische Schulungen möglich!
Das Ihnen hier
angebotene Informationsmaterial stellt auf 50
Seiten die "Begutachtungsrichtlinien zur
Kraftfahrereignung" vor und gibt
Antworten auf immer wieder gestellte Fragen
sowie wertvolle Tipss, bei deren konsequenter
Beachtung nichts mehr schiefgehen dürfte.
Im Bestellformular
steht dann u.a. Den Betrag in Höhe von
57,-- EURO (inkl. Versand) werde ich bei
Lieferung per Nachnahme bezahlen.
Unseres Erachtens ist es wirklich
unglaublich, wie mit Primitivinformationen
dem Bürger das Geld aus der Tasche gezogen
werden soll.
Es handelt sich um ein nicht sorgfältig
hergestelltes, inhaltsloses Machwerk. Auf
vielen Seiten sind einfach die "Begutachtungsrichtlinien
zur Kraftfahrereignung" dargestellt, auf
ca. weiteren 10 Seiten alle Adressen von MPU-Instituten.
--> Alle diese Unterlagen kann man sich
weitaus günstiger beschaffen bzw. sind sie für
betroffene Laien kaum hilfreich.